Barcelona-Reiseführer: Tipps, die uns Zeit und Geld gespart haben

Barcelona-Reiseführer

Sie planen eine Reise nach Barcelona? In diesem Reiseführer teilen wir alle unsere Tipps und Erfahrungen aus erster Hand — von Flugtickets über die Verbindung vom Flughafen bis hin zu aktuellen Preisen und allem, wie Sie sich in der Stadt am besten bewegen.

Wir haben übersichtlich die Antworten auf die häufigsten Fragen zusammengefasst: Wie viel kostet die Unterkunft? Wie funktioniert die Metro? Und was muss man in Barcelona unbedingt probieren? Schauen wir uns gemeinsam an, wie Sie diese katalanische Metropole in vollen Zügen genießen können.

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Wichtige Infos vor der Reise nach Barcelona

Bevor wir uns in die detaillierte Planung stürzen, beantworten wir ein paar Fragen, die Ihnen vielleicht schon vor der Reise durch den Kopf gehen.

Steckdosen und Stromversorgung

In Spanien sind die europäischen Standardsteckdosen vom Typ C und F üblich – also genau dieselben, die wir in Deutschland verwenden. Einen Adapter brauchen Sie nicht. Die Spannung beträgt die gewohnten 230 V, sodass Föhn und Ladegeräte problemlos funktionieren.

Reiseversicherung und medizinische Versorgung

Auch wenn wir innerhalb der EU sind und Ihre Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) hier gilt, ist es auf jeden Fall ratsam, eine private Auslandsreisekrankenversicherung abzuschließen. Die EHIC sichert Ihnen zwar eine Behandlung in staatlichen Krankenhäusern zu, deckt aber weder Selbstbeteiligungen noch einen Krankenrücktransport ab.

Eine gute Versicherung kostet nur wenige Euro pro Tag und ermöglicht Ihnen im Bedarfsfall auch die Versorgung in Privatkliniken – und davon gibt es in Barcelona die meisten. Dort kommen Sie mit Englisch übrigens auch besser zurecht.

Wann ist die beste Reisezeit für Barcelona?

Dank des milden Mittelmeerklimas ist Barcelona das ganze Jahr über eine Reise wert.

  • Für Sightseeing: Ideal sind Herbst bis Frühling (März, April, Mai oder Oktober und November). Die Temperaturen sind angenehm (etwa 17–22 °C), was zum Spazierengehen durch die Stadt deutlich besser geeignet ist als die sommerliche Hitze.
  • Zum Baden im Meer: Reisen Sie von Ende Mai bis September. Am wärmsten ist das Meer im August und September.
  • Mit kleinem Budget: Januar und Februar sind die Monate mit den günstigsten Übernachtungspreisen, und an den Sehenswürdigkeiten stehen Sie nicht stundenlang in der Schlange. Zudem fühlt sich der Winter in Barcelona eher wie ein deutscher Frühlingstag an.
Sagrada Família Barcelona

Welche Sprache spricht man in Barcelona (und kommt man mit Englisch zurecht)?

Barcelona ist die Hauptstadt Kataloniens, einer Region mit eigener Sprache und Kultur. Die offiziellen Sprachen sind hier Katalanisch und Spanisch.

In Touristengegenden, Restaurants und bei Sehenswürdigkeiten kommen Sie meist gut mit Englisch zurecht. Und selbst wenn Ihnen jemand mit gebrochenem Englisch begegnet – die Einheimischen sind aufgeschlossen, und mit ein bisschen Gestik klappt die Verständigung immer.

Wo genau liegt Barcelona?

Barcelona liegt an der nordöstlichen Küste Spaniens, direkt am Mittelmeer und strategisch günstig nur einen Steinwurf von der französischen Grenze entfernt. Vom Süden weht Ihnen die Meeresbrise entgegen, während sich nur zwei Autostunden nördlich die Pyrenäen erheben.

Gerade dank dieser Lage ist Barcelona für viele Reisende aus dem deutschsprachigen Raum oft leichter erreichbar und beliebter als das im Landesinneren gelegene Madrid.

Was ist typisch für Barcelona (und was darf man auf keinen Fall verpassen)?

Eindeutig ihre einzigartige Architektur, die es so nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Das Wahrzeichen der Stadt ist Antoni Gaudí, dessen Werke wie die Sagrada Familia, der Park Güell oder die Casa Batlló weltberühmt sind.

Aber Barcelona steht nicht nur für Sehenswürdigkeiten – ebenso typisch sind die Herzlichkeit und Lebendigkeit der Stadt. Wer mit Kindern reist, wird begeistert sein: Die katalanische Kultur liebt das Familienleben. Es ist keine Seltenheit, dass Kinder noch spät am Abend in den Straßen spielen, während ihre Eltern in aller Ruhe mit Freunden zu Abend essen (eher abseits des Zentrums).

Casa Batlló

Wie kommt man nach Barcelona?

Nach Barcelona gelangen Sie aus dem deutschsprachigen Raum bequem per Direktflug. Aus Deutschland gibt es Direktverbindungen unter anderem ab Berlin, München, Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg und Köln, die Flugzeit beträgt je nach Abflughafen rund 2 bis 2,5 Stunden. Auf dieser Strecke fliegen am häufigsten folgende Airlines:

  • Vueling – Die spanische Billigfluglinie fliegt am häufigsten nach Barcelona und ist auf dieser Strecke quasi der Platzhirsch. Sie bekommen hier Tickets zu wirklich guten Preisen, vor allem bei rechtzeitiger Buchung. Beachten Sie aber: Im Basistarif ist nur eine kleine Tasche oder ein Rucksack unter dem Vordersitz inbegriffen. Passt nicht alles hinein, müssen Sie für ein klassisches Handgepäck in der Kabine oder für einen Aufgabekoffer extra zahlen.
  • Ryanair, Eurowings und easyJet – Auch diese Billigfluglinien fliegen häufig nach Barcelona, allen voran Ryanair. Eurowings ist eine gute Wahl ab Düsseldorf oder Köln, easyJet eine beliebte Verbindung ab Berlin. Bei allen dreien gilt allerdings dasselbe Prinzip: Im Basistarif ist nur ein kleiner Rucksack unter dem Vordersitz enthalten (alles Weitere müssen Sie extra dazubuchen).
  • Condor – Fliegt direkt ab Frankfurt nach Barcelona. Im Tarif ist hier bereits ein Handgepäck bis 6 kg enthalten.

Alle Flüge nach Barcelona können Sie auf der Website Skyscanner suchen.

Wie kommt man vom Flughafen El Prat ins Stadtzentrum?

  • Blauer Aerobús – Fährt von beiden Terminals im Wenige-Minuten-Takt, rund um die Uhr. Es ist die schnellste Verbindung, da er unterwegs nicht hält und Sie direkt zur Plaça de Catalunya bringt. Tickets bekommen Sie am Automaten an der Haltestelle oder direkt beim Busfahrer.
  • Roter Stadtbus TMB Linie 46 – Wenn Sie es nicht eilig haben und sparen wollen, suchen Sie die Haltestelle der Linie 46. Es ist ein normaler Stadtbus, daher dauert die Fahrt etwas länger, dafür ist es die günstigste Variante. Praktisch: Sie zahlen einfach kontaktlos mit Ihrer Bankkarte am Terminal beim Fahrer.
  • Metro (orange Linie L9S) – Startet direkt an beiden Terminals. Wichtig: Für die Metro vom Flughafen gelten nicht die normalen ÖPNV-Tickets, Sie müssen am Automaten ein spezielles Flughafenticket auswählen. Die Metro ist top, wenn Ihre Unterkunft an der Linie liegt. Ansonsten müssen Sie unterwegs umsteigen, da sie nicht bis ins Zentrum fährt.
  • Zug (Linie R2N / RENFE) – Fährt von Terminal T2 ab (falls Sie an T1 ankommen, bringt Sie ein kostenloser Flughafen-Shuttlebus zum Bahnhof). Die RENFE-Züge sind bequem und schnell, ideal wenn Sie zum Bahnhof Sants oder direkt ins Zentrum zur Passeig de Gràcia möchten.

Wie bewegt man sich in Barcelona fort?

Auch wenn Barcelona eine große Stadt ist, lässt sich das historische Zentrum problemlos zu Fuß erkunden.

Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen relativ nah beieinander – für Ausflüge zu weiter entfernten Orten kommen Sie um öffentliche Verkehrsmittel allerdings nicht herum.

  • Metro – Übersichtlich und mit farbigen Linien L1 bis L12 gekennzeichnet. Die Stationen erkennen Sie am roten M-Symbol. Es ist die schnellste Art, längere Strecken in der Stadt zurückzulegen.
  • Busse – Das Netz ist dicht und bringt Sie auch dorthin, wo die Metro nicht hinkommt (zum Beispiel direkt zum Park Güell). Auch die Nachtlinien (NitBus) sind super.
  • Straßenbahnen – Die modernen Straßenbahnen (Trambesòs und Trambaix) nutzen Sie vor allem in den Außenbezirken oder bei Fahrten entlang der Küste.
  • Züge RENFE und FGC – Neben der Metro fahren in der Stadt auch diese Züge, die ähnlich wie eine S-Bahn funktionieren. Sie bringen Sie auch in weiter entfernte Stadtteile oder über die Stadtgrenzen hinaus (etwa zum Montserrat).
Wie kommt man zur Festung Montjuïc
Metro Barcelona

Wo übernachten in Barcelona?

Auch wenn das Übernachtungsangebot in Barcelona sehr breit ist – die Stadt ist enorm beliebt, und Hotels mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis sind als Erste ausgebucht. Ich kann nur empfehlen, frühzeitig zu reservieren, damit Sie nicht unnötig draufzahlen müssen.

Im eigentlichen Zentrum sind die Hotels logischerweise deutlich teurer, doch auch dort findet man hin und wieder eine Ausnahme zum guten Preis. Ein Beispiel ist das Hotel Ronda House im Stadtteil El Raval, das nur einen Katzensprung vom Gotischen Viertel entfernt liegt – das historische Herz der Stadt haben Sie damit buchstäblich um die Ecke.

Wer es etwas stilvoller mag, ohne den Preisrahmen zu sprengen, sollte einen Blick auf das Hotel Continental Palacete am Plaça de Catalunya werfen. Es ist im Grunde ein Palais aus dem 19. Jahrhundert mit Kristalllüstern und rosa Salons. Das große Plus: ein durchgehend geöffnetes Buffet, an dem Sie den ganzen Tag über kostenlos kleine Snacks, Kaffee oder ein Bier bekommen.

Wenn Sie es lieber etwas ruhiger mögen, kann ich aus eigener Erfahrung das Motel One am Park Ciutadella empfehlen, ganz in der Nähe des Triumphbogens. Wir haben es vor allem wegen der Lage gewählt, denn von hier aus erreicht man viele Sehenswürdigkeiten zu Fuß (und Metro und Bus sind nur ein paar Schritte entfernt). An den Strand sind wir durch den Park in fünfzehn bis zwanzig Minuten spaziert.

Hotel Ronda House – Hotel zu einem guten Preis im Zentrum.
Ubytování v Barceloně
Der Ausblick von unserer Unterkunft im Motel One Barcelona-Ciutadella.

Strandhotels in Barcelona

Viele Reisende suchen ein Hotel direkt am Strand – doch in Barcelona findet man kaum welche unmittelbar im Sand (mit Ausnahme des ikonischen Hotels W). Grund dafür ist das Küstenschutzgesetz, das den Bau von Hotels direkt am Meer verbietet, damit die Strände für alle frei zugänglich bleiben.

Die meisten Unterkünfte liegen daher etwa zehn Gehminuten vom Ufer entfernt, wie zum Beispiel das Hotel Acta Voraport. Es punktet mit einem Dachpool, was an heißen Sommertagen nach einem Tag in der Stadt vermutlich jeder zu schätzen weiß. Metro und Bus halten direkt um die Ecke, und mit dem Taxi sind Sie in fünfundzwanzig Minuten am Flughafen.

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Das ikonische Hotel W am Strand La Barceloneta
Ubytování v Barceloně
Hotel Acta Voraport – modernes Hotel in ruhiger Lage mit Dachpool und schöner Aussicht.

Unterkünfte mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis

Wenn Sie nach etwas mit wirklich gutem Preis-Leistungs-Verhältnis suchen, empfehle ich, etwas außerhalb des Zentrums zu wählen – zum Beispiel im Stadtteil L’Hospitalet de Llobregat.

Er liegt auf halbem Weg zwischen Flughafen und historischem Stadtkern. Es ist ein modernerer, weniger touristischer Bezirk, wodurch die Hotels deutlich günstiger sind.

Hier finden Sie zum Beispiel das moderne rote Hotel Porta Fira oder das Hotel Leonardo Royal, das ebenfalls einen Dachpool hat. Beim Leonardo sollten Sie allerdings wirklich frühzeitig buchen, da es oft schon weit im Voraus ausgebucht ist.

ubytování v Barceloně
Hotel Porta Fira – Ein modernes rotes Hotel mit hochwertigem Service und einem reichhaltigen Frühstück

Ist Barcelona sicher?

Barcelona ist im Grunde eine sichere Stadt, aber wie in jeder großen europäischen Metropole sollte man ein paar Grundregeln beachten.

Falls doch etwas passieren sollte: Die europaweit einheitliche Notrufnummer ist die 112. Ansonsten ist die Stadt sicher, und auch nachts werden Sie sich im Zentrum wohlfühlen, denn die Straßen sind ständig voller Menschen.

Taschendiebe

Das große Dauerthema sind hier Taschendiebe. Sie konzentrieren sich vor allem auf Orte mit hohem Menschenaufkommen wie den Boulevard La Rambla, die Umgebung der Sagrada Família oder überfüllte Metrowaggons.

Es reicht aber, ein paar Grundregeln zu beachten: Tragen Sie den Rucksack im Gedränge und in der Metro vor dem Bauch, lassen Sie das Handy nicht auf dem Tisch im Restaurant liegen, und nehmen Sie nicht alles Geld und alle Dokumente gleichzeitig mit.

Proteste der Einheimischen

In letzter Zeit wird auch viel über den sogenannten Overtourism und Proteste der einheimischen Bevölkerung gesprochen, was manche vielleicht von einem Besuch abschreckt. Es stimmt, dass man in manchen Vierteln auf Sprüche an Hauswänden stößt oder hört, dass die Einheimischen die Touristenmassen leid sind.

Sie kämpfen vor allem für eine Regulierung des Massentourismus, der die Mieten in die Höhe treibt und das Gesicht ihrer Stadtteile verändert.

Wenn Sie der Stadt und ihren Bewohnern mit Respekt begegnen, werden Sie nicht das Gefühl haben, unerwünscht zu sein. Im Gegenteil: Die katalanische Herzlichkeit ist nach wie vor spürbar – vor allem, wenn Sie sich auch ein Stück abseits der meistbesuchten Orte bewegen.

Gibt es in Barcelona Strände?

Barcelona hat einen riesigen Vorteil: Vormittags können Sie durch die Sehenswürdigkeiten ziehen und sich nachmittags in den Sand legen.

Erwarten Sie zwar keine karibisch weißen Traumstrände, aber für eine Großstadt sind die Strände in wirklich gutem Zustand. Sie werden gepflegt und sind im Grunde recht sauber – eine angenehme Abwechslung, wenn ich das etwa mit Catania auf Sizilien vergleiche.

Die Küste ist sehr lang, und ein Strand geht fließend in den nächsten über. Begleitet wird das Ganze von einer breiten Promenade mit Radweg. Wenn Sie ein Fahrrad leihen möchten, nutzen Sie die klassischen kommerziellen Verleihstationen – die rot-weißen Bicing-Räder, die Sie an jeder Ecke sehen, sind nämlich nur für Einheimische.

Die Infrastruktur ist hier perfekt. An jeder Ecke gibt es Bars, Restaurants und Duschen. Wer mit Kindern unterwegs ist, wird die Spielplätze direkt am Meer zu schätzen wissen. Auch die Barrierefreiheit ist hervorragend – Holzstege führen bis fast ans Wasser, sodass Sie mit Kinderwagen oder Rollstuhl fast bis ans Meer kommen.

La Barceloneta – Strände in Barcelona
La Barceloneta – Reiseplan für 3 Tage in Barcelona

Wie zahlt man in Barcelona? (Karte, Bargeld und Trinkgeld)

Barcelona ist eine moderne Stadt, und mit Karte zahlen Sie inzwischen praktisch überall. Vom Ticket am Automaten über den Kaffee in der versteckten Seitengasse bis zum Einkauf auf dem Markt.

Trotzdem lohnt es sich, etwas Bargeld dabeizuhaben – etwa für Souvenirs an kleinen Ständen oder für den Fall, dass in einem Familienbetrieb gerade das Kartenlesegerät streikt.

Geld am Automaten abheben

Beim Geldabheben sollten Sie die blau-gelben Euronet-Automaten und ähnliche Geräte mitten in den Touristenzentren meiden. Sie haben oft ungünstige Wechselkurse und hohe Gebühren (wirklich hohe Gebühren).

Halten Sie stattdessen Ausschau nach Geldautomaten klassischer spanischer Banken (wie CaixaBank, Santander oder BBVA).

Wenn der Automat fragt, ob Sie die Abbuchung in Euro oder in Ihrer Heimatwährung wünschen, wählen Sie immer Euro. Der Wechselkurs Ihrer eigenen Bank ist nämlich fast immer günstiger.

Trinkgeld im Restaurant

In Barcelona ist Trinkgeld nicht verpflichtend, und niemand schaut Sie schief an, wenn Sie keines geben. Die Einheimischen lassen meist gar keines liegen oder nur ein paar Münzen (die sogenannte propina).

Wenn Sie jedoch mit Essen und Service wirklich zufrieden waren, sind 5–10 % vom Rechnungsbetrag eine schöne Geste, die das Personal zu schätzen weiß. Häufig wird das Trinkgeld einfach so gegeben, dass Sie beim Kartenzahlen den gewünschten Gesamtbetrag nennen oder beim Verlassen ein paar Münzen auf dem Tisch liegen lassen.

El Born Barcelona

Was darf man in Barcelona auf keinen Fall verpassen?

Wenn man Barcelona sagt, denken die meisten Menschen zuerst an Antoni Gaudí. Doch es wäre schade, dabei stehenzubleiben.

Klar, die Sagrada Familia zu sehen, ist fast Pflicht. Es ist ein Bauwerk, das mir den Atem geraubt hat – egal, wie oft ich es zuvor auf Fotos gesehen hatte (besonders das Innere). Genauso gehören der farbenfrohe Park Güell oder die märchenhaften Häuser auf der Passeig de Gràcia einfach zu dieser Stadt.

Aber Barcelona ist nicht nur Gaudí. Sehr gut gefallen haben mir auch Orte wie der Palau de la Música Catalana oder das ehemalige Krankenhausareal Sant Pau Recinte Modernista. Beide Bauten gehören zum UNESCO-Welterbe, und es gibt hier deutlich weniger Touristen als bei Gaudís Werken.

Eine großartige Atmosphäre erleben Sie in den engen Gassen des Gotischen Viertels oder im Stadtteil El Born. Wer Aussichten liebt, sollte die Bunkers del Carmel oder den Hügel Montjuïc mit seinen Gärten und der Magischen Fontäne nicht verpassen.

Mehr Inspiration: Hier ist unser Drei-Tage-Reiseplan für Barcelona. Sie haben mehr Zeit? Wir haben auch einen Vier-Tage-Reiseplan für Barcelona zusammengestellt, in dem Sie weitere Tipps finden.

Bunkers del Carmel

Mit Kindern in Barcelona – wohin?

Barcelona ist für Familien mit Kindern absolut großartig. Ganz Spanien ist berühmt für seine Spielplätze, die es an jeder Ecke und in einwandfreiem Zustand gibt.

Was mich aber wirklich begeistert hat, ist die Barrierefreiheit der Stadt. Barcelona ist meiner Meinung nach eine der zugänglichsten Städte Europas – kein holpriges Kopfsteinpflaster, sondern überall breite, glatte Pflastersteine, auf denen der Kinderwagen fast von selbst rollt.

Dank der breiten Boulevards und der langen Strandpromenade ist die Stadt auch für ältere Kinder auf Laufrad oder Roller ideal. Wenn Sie konkrete Tipps suchen, sollten Sie diese Orte nicht verpassen:

  • Park Ciutadella: Viel Schatten, ein großer Spielplatz, und Sie können auf dem See ein Ruderboot leihen. Direkt nebenan liegt zudem der Zoo von Barcelona.
  • Aquarium am Hafen: Eine super Wahl, wenn Sie eine Pause von der Sonne brauchen. Der gläserne Tunnel mit den Haien begeistert Kinder und Erwachsene gleichermaßen.
  • CosmoCaixa: Für mich eines der besten Wissenschaftsmuseen. Interaktiv, spielerisch – Kinder bleiben hier locker einen halben Tag.
  • Seilbahn auf den Montjuïc: Schon die Fahrt mit der Gondel über der Stadt ist für Kinder ein Riesenerlebnis. Oben auf dem Berg gibt es die Festung und viele Orte zum Herumtollen.

Mehr Inspiration: Hier haben wir weitere Tipps für Barcelona mit Kindern zusammengestellt (+ Karte und praktische Hinweise).

L’Aquàrium de Barcelona
L’Aquàrium de Barcelona
Telefèric de Montjuïc
Telefèric de Montjuïc

Ist Barcelona teuer? (Preise und Reisebudget)

Barcelona gehört zu den teureren Städten Spaniens, ist aber im Vergleich zu Paris oder London immer noch erschwinglich. Viel hängt davon ab, wie sehr Sie im touristischen Zentrum bleiben. Generell gilt: Schon ein paar Straßen abseits der Hauptsehenswürdigkeiten fallen die Preise spürbar.

Preise für Essen und Trinken

In Restaurants müssen Sie für ein Abendessen für zwei Personen mit Wein und ein paar Tapas mit etwa 40–60 € rechnen. Ein toller Spartipp ist das menu del día (Mittagsmenü), das Sie an Werktagen für 12–18 € bekommen. Im Preis sind meist zwei bis drei Gänge und ein Getränk enthalten.

Wenn Sie etwas Schnelles suchen, greifen Sie zu bocadillos (traditionelle spanische Baguettes, gefüllt mit Schinken oder Käse), die in kleineren Lokalen um 4–7 € kosten. Beliebt sind auch verschiedene empanadas (gefüllte Teigtaschen) für 2,50–4 € pro Stück.

Tapas in Bars liegen meist bei 3–8 € pro Tellerchen, je nachdem, ob es nur Oliven oder etwa Garnelen sind.

Ein Kaffee kostet 1,50–2,50 € und ein Bier in der Bar etwa 3–5 €. Auch hier hängt viel davon ab, wo das Lokal liegt.

An der La Rambla sind die Preise deutlich höher (und die Qualität oft deutlich schlechter), in entfernteren oder eher von Einheimischen geprägten Vierteln wie Gràcia, Sants oder Poble-Sec dagegen im durchschnittlichen Bereich.

Wo kauft man Lebensmittel ein?

Wenn Sie selbst kochen oder ein Picknick im Park machen möchten, kaufen Sie am günstigsten in Supermärkten wie Mercadona, Lidl oder Alcampo ein. Sie sind günstiger als die kleinen Eckläden (alimentación) im Zentrum.

Schauen Sie auch unbedingt auf den Märkten vorbei. Die berühmte Boqueria ist zwar ein Erlebnis, aber ziemlich teuer. Wenn Sie bessere Preise und weniger Trubel wollen, probieren Sie die Stadtteilmärkte wie den Mercat de Santa Caterina oder den Mercat de Sant Antoni.

Wie viel kostet ein Urlaub in Barcelona?

Die Preise in Barcelona variieren natürlich je nach Reisestil. Damit sich besser planen lässt, habe ich die ungefähren Kosten in drei Kategorien aufgeteilt.

Hier ein Überblick, mit welchem Budget Sie für Ihren Urlaub rechnen sollten:

Sparbudget (60–70 € pro Tag): Das Budget für genügsame Reisende. Es umfasst ein Bett im Mehrbettzimmer eines Hostels, Verpflegung überwiegend aus dem Supermarkt und nur wenige bezahlte Eintritte. Sie sind hauptsächlich zu Fuß unterwegs und nutzen das, was in Barcelona kostenlos ist – Strände, Parks oder die Aussicht von den Bunkers del Carmel.

Goldene Mitte (120–170 € pro Tag): Die beliebteste Variante, wenn Sie die Stadt richtig genießen möchten. Sie umfasst eine Unterkunft im Einzel- oder Doppelzimmer (Hotel/Apartment), ein klassisches Mittagsmenü im Restaurant, abends Tapas mit Drink, ÖPNV-Tickets und einen Eintritt zu einer Sehenswürdigkeit pro Tag.

Luxusurlaub (ab 250 € pro Tag): Wenn der Preis keine Rolle spielt und Sie sich ein 4- oder 5-Sterne-Hotel, Abendessen in den besten Restaurants, Drinks auf Dachterrassen und Taxifahrten durch die Stadt gönnen möchten.

barri gotic barcelona

Essen in Barcelona

Die Spanier haben einen ganz anderen Tagesrhythmus, als wir es gewohnt sind. Frühstück ist hier eher eine schnelle Angelegenheit – ein Kaffee und etwas Kleines dazu.

Typischerweise gibt es entweder süßes Gebäck (croissant oder ensaimada), oder man isst pan con tomate. Das ist knuspriges Brot, eingerieben mit Knoblauch und Tomate und mit Olivenöl beträufelt. Oft bekommen Sie dazu auch eine Scheibe Jamón-Schinken.

Das Mittagessen wird zwischen 14:00 und 16:00 Uhr serviert und ist die Hauptmahlzeit des Tages. Zum Abendessen brechen die Einheimischen frühestens um 21:00 Uhr auf.

Wenn Sie eine gute Adresse suchen und um sieben Uhr abends auftauchen, wird sie wahrscheinlich noch geschlossen sein (oder Sie sitzen dort allein mit anderen Touristen – was natürlich nicht weiter schlimm ist).

Tapas und Pintxos

Tapas sind kleine Portionen, die man teilt. Probieren Sie unbedingt patatas bravas (gebratene Kartoffelstücke mit scharfer Soße) oder pimientos de Padrón (kleine grüne Paprikaschoten, von denen eine von zehn richtig scharf ist).

In Vierteln wie El Born oder Poble-sec stoßen Sie auf pintxos. Das sind im Grunde kleine Häppchen, mit einem Holzspießchen auf einem Stück Baguette befestigt. Am Ende wird die Rechnung anhand der Anzahl der Spießchen auf Ihrem Teller berechnet.

tapas Barcelona
Pintxos Barcelona

Paella

Die Einheimischen essen Paella grundsätzlich nur zu Mittag. Es ist ein schweres Gericht, das in großen Pfannen zubereitet wird. In guten Restaurants wird sie abends oft gar nicht mehr angeboten.

Wenn Sie also abends um neun mitten im Zentrum ein Schild mit einem Paella-Foto sehen, gehen Sie lieber weiter (sie kommt wahrscheinlich aus der Tiefkühltruhe). Für die wirklich gute Paella zahlen Sie meist etwas mehr – das lohnt sich aber.

Churros

Ich persönlich liebe alles mit Schokolade, deshalb kann ich mir einen Spanienbesuch ohne churros nicht vorstellen. Es handelt sich um frittiertes Teiggebäck, das man in heiße, dickflüssige Schokolade tunkt. Am besten schmecken sie in den traditionellen xurrerías.

Und wenn Sie tagsüber die Heißhungerattacke packt, schauen Sie auf einem Markt vorbei (Mercat de Sant Antoni oder Santa Caterina) für frisches Obst oder einen Becher Fruchtsaft. Vorsicht nur beim Markt Boqueria – dort sind die Touristenpreise gerne doppelt so hoch wie auf den weniger bekannten Märkten.

Churros Barcelona

Weitere typische Gerichte, die man probieren sollte:

  • Croquetas: Frittierte Bällchen mit Béchamelfüllung. Klassischerweise gefüllt mit Schinken, Käse oder auch Kabeljau.
  • Jamón Ibérico: Luftgetrockneter Schinken vom schwarzen Iberico-Schwein. Teurer als der klassische Serrano-Schinken – aber geschmacklich in einer ganz anderen Liga.
  • Crema Catalana: Die katalanische Antwort auf Crème brûlée. Eine Eiercreme mit Zitronenschale und Zimt unter einer Kruste aus karamellisiertem Zucker.
  • Bombas: Eine Spezialität aus Barcelona selbst (aus dem Stadtteil Barceloneta). Eine Kugel aus Kartoffelteig, gefüllt mit Hackfleisch, frittiert und mit pikanter Soße serviert.

Wo essen gehen in Barcelona?

Viele Tipps zu Restaurants und Tapas-Bars finden Sie in unserem Drei-Tage-Reiseplan für Barcelona.

Wenn Sie sich beim Abendessen aber etwas wirklich Besonderes gönnen möchten, hier noch ein paar Empfehlungen. Eine Reservierung im Voraus ist meist nötig (mancherorts schon Tage bis Wochen vorher).

  • Disfrutar – Derzeit eines der besten Restaurants der Welt. Drei Küchenchefs aus dem legendären El Bulli zeigen hier eine unglaubliche Kreativität und Technik – belohnt mit drei Michelin-Sternen.
  • Bacaro – Ein hervorragendes italienisches Lokal (im venezianischen Stil), versteckt in den Gassen rund um den Markt Boqueria. Authentisch, lebendig, mit großartiger Atmosphäre.
  • Berbena – Ein kleines, unscheinbares Lokal, das auf saisonale Zutaten setzt und eine ausgezeichnete Weinauswahl bietet.
  • Cruix – Eine moderne Interpretation von Tapas und Reisgerichten im Stadtteil Eixample. Verspielt und geschmacklich sehr ausdrucksstark.
Essen in Barcelona

Was trinkt man in Barcelona?

Früher kam mir beim Gedanken an Spanien immer zuerst Sangria in den Sinn. Dann habe ich aber festgestellt, dass die Einheimischen Sangria gar nicht so oft trinken. Stattdessen bestellen sie lieber einen Tinto de Verano – Rotwein gemischt mit Zitronenlimonade. Leichter, erfrischender, weniger süß und für heiße Tage einfach perfekt.

Die Katalanen lieben auch ihren Schaumwein Cava. Ein weiterer Liebling ist der Vermut. Er wird hier „vom Fass” mit einer Olive und einer Orangenscheibe serviert, meistens als Aperitif vor dem Essen.

Und das Bier? Wenn Sie nur ein kleines Bier möchten, bestellen Sie eine caña. Bei größerem Durst fragen Sie nach einer copa oder einem tubo. Die beliebteste lokale Marke ist Estrella Damm, aber in den letzten Jahren ist hier auch eine ganze Reihe von Craft-Bier-Brauereien aus dem Boden geschossen.

Trinkwasser in der Stadt: Das Leitungswasser in Barcelona ist selbstverständlich trinkbar, und überall in der Stadt finden Sie hunderte historische wie auch moderne Trinkbrunnen. Wir nutzen diese Brunnen in jeder Stadt (sofern es welche gibt). Wir haben unsere eigene Flasche dabei und füllen sie einfach auf.

Zum Suchen des nächsten Trinkbrunnens nutzen wir die App Mapy.com/de (eine kostenlose, sehr detaillierte Outdoor-Karten-App, die auch ohne Internet funktioniert – eine gute Alternative zu Google Maps). Dort gibt man „Trinkwasser” in die Suche ein und wählt die Kategorie in den Ergebnissen aus.

Ich erwähne diese App so oft, dass es fast wie Werbung klingt. 🙂 Aber sie ist wirklich nützlich, weil Sie auch Kategorien wie Toiletten, Spielplätze und ähnliches suchen können.

Essen in Barcelona
Essen in Barcelona

Öffentliche Toiletten in Barcelona

Strände und Parks: Entlang des gesamten Strands Barceloneta finden Sie öffentliche Toiletten und Duschen, die in der Saison regelmäßig gewartet werden. In Parks wie dem Parc de la Ciutadella gibt es ebenfalls Toiletten, allerdings nur während der Öffnungszeiten des Parks.

Kaufhäuser und Märkte: Kaufhäuser wie El Corte Inglés (am Plaça de Catalunya gibt es gleich mehrere davon) haben kostenlose Toiletten in sehr gutem Zustand.

Museen und Sehenswürdigkeiten: Wenn Sie ein Museum oder eine Sehenswürdigkeit besichtigen, nutzen Sie immer deren Toiletten (sie gehören generell zu den saubersten der Stadt und sind kostenlos).

Selbstreinigende Kabinen: Im Zentrum Barcelonas sehen Sie auch moderne selbstreinigende Toilettenkabinen direkt auf den Straßen, die meist kostenlos (und barrierefrei) sind. Allerdings kümmert sich niemand wirklich um sie, sodass sie oft ziemlich verschmutzt sind. Wer die nächste Toilette finden möchte, gibt in der App Mapy.com „Toilette” oder bei Google Maps einfach „public toilet” ein.

Park Güell

Das war unser Reiseführer mit vielen persönlichen Tipps für Barcelona. Haben Sie eine Frage? Wir beantworten sie gerne in den Kommentaren unten.

Gute Reise und ¡Buen viaje! 🇪🇸

Weitere Informationen zu Barcelona

Über Barcelona haben wir eine ganze Reihe von Artikeln voller Tipps und praktischer Hinweise geschrieben. Falls Sie eine Reise planen, hier unsere weiteren Empfehlungen:

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