Die Sagrada Família war für uns die größte Überraschung in Barcelona. Wir wussten, dass sie einen Besuch wert ist, aber live ist das Erlebnis noch viel intensiver.
Der Besuch erfordert allerdings etwas Vorbereitung. Tickets für die Basilika Sagrada Família werden schon seit Längerem vor Ort gar nicht mehr verkauft. Ohne Online-Reservierung kommen Sie also nicht hinein.
- Auf einen Blick: Sagrada Família
- Wie kommt man am besten zur Sagrada Família?
- Wann sollte man den Besuch einplanen?
- Wie läuft der Besuch ab?
- Wie sind die Öffnungszeiten der Sagrada Família?
- Tickets und Reservierung für die Sagrada Família
- Wissenswertes über die Sagrada Família
- Tipps, wie Sie den Besuch in vollen Zügen genießen
- Weitere Informationen zu Barcelona
- Zusammenfassung: Reiseführer für die Basilika Sagrada Família
In diesem Artikel habe ich einen kompletten Überblick mit allen Informationen zusammengestellt, die Ihnen vor dem Besuch der Sagrada Família nützlich sein werden.
Sie erfahren, was der Unterschied zwischen den einzelnen Türmen ist, wie viel der Eintritt aktuell kostet und wie das ganze Reservierungssystem funktioniert. Wir schauen uns auch praktische Dinge an wie die Anreise, die Barrierefreiheit und den Ablauf der Besichtigung.
Einige Links in diesem Artikel sind sogenannte Affiliate-Links. Sie helfen uns, diese Website zu finanzieren und alle Informationen kostenlos für Sie bereitzustellen — ganz ohne zusätzliche Kosten für Sie.
Auf einen Blick: Sagrada Família
Die Öffnungszeiten variieren je nach Saison. Die konkrete Uhrzeit reservieren Sie online (vor Ort gibt es keine Kassen).
Der Eintritt für die Sagrada Família variiert je nachdem, ob Sie nur die Basilika besichtigen oder zusätzlich einen der Türme besteigen möchten:
- Basilika: Erwachsene 26 €, Kinder, Studenten und junge Erwachsene unter 30 Jahren 24 €, Senioren ab 65 Jahren 21 €, freier Eintritt für Kinder bis 11 Jahre und Menschen mit Behinderung einschließlich Begleitperson.
- Basilika + Turm: Erwachsene 36 €, Kinder, Studenten und junge Erwachsene unter 30 Jahren 34 €, Senioren 28 €, Begleitpersonen von Menschen mit Behinderung 10 €, freier Eintritt für Kinder bis 11 Jahre und Menschen mit Behinderung.
Reservierung: Die Tickets müssen Sie vorab online kaufen, denn vor Ort gibt es keine Kassen, und das Areal ist eingezäunt. Reservieren Sie unbedingt mit Vorlauf, denn aktuell sind die Tickets zum Beispiel zwei Wochen im Voraus ausverkauft.
Sie reservieren ein konkretes Zeitfenster. Ich empfehle, etwas früher zu kommen, damit Sie sich orientieren, das Äußere ansehen und sich ein paar Minuten vor der Uhrzeit auf Ihrem Ticket einreihen können.
Wir haben unsere Tickets über GetYourGuide reserviert, wo sich die Tickets bis 48 Stunden vor dem Besuch kostenlos stornieren lassen. Im Unterschied zur offiziellen Website, auf der die Tickets bereits ausverkauft waren.

Wie kommt man am besten zur Sagrada Família?
Die Basilika Sagrada Família liegt etwas außerhalb des engeren Zentrums. Auch wenn es auf der Karte nicht so wirkt, sind es vom Gotischen Viertel oder von der Plaça de Catalunya gut 40 Minuten zu Fuß.
Die meisten Reisenden nutzen deshalb lieber die Metro oder den Bus, um die Kräfte für die eigentliche Besichtigung zu sparen. Wir sind zu Fuß vom Krankenhaus Sant Pau gegangen, zu dem wir mit der Metro gefahren waren. Bis zur Basilika sind es von dort 10 Gehminuten.
Wenn Sie mit der Metro fahren, halten Sie nach der violetten Linie L2 oder der blauen Linie L5 Ausschau. Sobald Sie an der Station Sagrada Família aussteigen, folgen Sie den Pfeilen zum Ausgang „Temple“. Diese führen Sie direkt vor die Basilika.
Wenn Sie lieber mit dem Bus fahren, hält hier eine ganze Reihe von Linien: 19, 33, 34, D50, H10 und B24.
Für alle, die sich mit dem Hop-on-Hop-off-Bus durch die Stadt bewegen, ist es noch einfacher. Er hat im Rahmen seiner blauen Route eine Haltestelle direkt an der Basilika.
Die offizielle Adresse ist Carrer de Mallorca 401. In der Praxis sehen Sie die Basilika dank ihrer Höhe aber schon von Weitem.
Sie können den Besuch der Sagrada Família gut mit weiteren Orten verbinden. Nur 10 Gehminuten entfernt, entlang der Fußgängerzone Avinguda de Gaudí, befindet sich das wunderschöne Jugendstil-Areal des Krankenhauses Sant Pau.
Dort sind übrigens deutlich weniger Menschen unterwegs als bei der Basilika. Wenn Sie sich in die entgegengesetzte Richtung aufmachen, kommen Sie in 25 Minuten zum Triumphbogen (Arc de Triomf).
Tipp: Wenn Sie sich in Barcelona häufiger bewegen möchten, lohnt sich auf jeden Fall die Hola-BCN-Karte. Damit nutzen Sie Metro, Busse und Straßenbahnen unbegrenzt und müssen nicht an jedem Automaten einzelne Tickets lösen.

Wann sollte man den Besuch einplanen?
Wenn Sie den Menschenmassen so weit wie möglich entgehen möchten, sollten Sie gleich zum ersten Zeitfenster am Morgen am Eingang sein. Das ist meist um 9:00 Uhr. Drinnen sind dann am wenigsten Menschen, die Sicherheitskontrolle geht schnell, und Sie können die Basilika in relativer Ruhe besichtigen.
Schon im Laufe des Vormittags füllen sich aber sowohl der Vorplatz als auch das Innere der Kirche. Die Menschenmengen verschwinden im Grunde nicht mehr.
Wir waren erst am späten Nachmittag in der Basilika. Es gab zwar Schlangen am Eingang, sie kamen aber recht zügig voran. Das Licht im Inneren war dank der Sonne fantastisch. Wenn Sie sonniges Wetter erwischen (was in Barcelona kein großes Problem sein dürfte), spielt es keine Rolle, ob Sie wegen des Lichts morgens oder nachmittags kommen.
Schlechter war allerdings das Außenlicht. Die Nachmittagssonne stand zu der Zeit hinter der Geburtsfassade, sodass Sie diese im Gegenlicht hatten.
Auch im Park mit dem Teich sind nachmittags deutlich mehr Menschen als morgens. Viele Reisende beenden hier ihre Tour und ruhen sich auf den Bänken aus.
Auf der anderen Seite ist es am späten Nachmittag in der Basilika selbst ruhiger, und auch die größeren Gruppen mit Reiseleitern sind bereits weg.
Wie läuft der Besuch ab?
Sobald Sie an der Basilika ankommen, halten Sie nach dem Haupteingang für Einzelpersonen Ausschau (Gruppen hatten einen Eingang daneben). Das Personal weist die Leute durchgehend ein, Sie zeigen einfach das Ticket auf dem Handy vor und werden dann in die richtige Schlange geleitet. Alles ist aber auch beschildert, mit der Orientierung gibt es also keine Probleme.
In die Basilika geht man über die Geburtsfassade auf der Ostseite hinein. Das ist der reich verzierte Teil, den Gaudí selbst noch beeinflussen konnte und vor dem die meisten Menschen stehen. Direkt an die Fassade kommen Sie aber nicht heran, denn sie ist eingezäunt.
Genau gegenüber dem Eingang liegt ein kleiner Park mit einem Teich. Es ist wahrscheinlich der beste Ort für ein Foto des gesamten Bauwerks, besonders am Vormittag, wenn die Sonne auf die Fassade scheint und sie am besten aussieht.
Sicherheitskontrolle und Gepäck
Vor dem Eingang erwartet Sie eine Kontrolle ähnlich wie am Flughafen, läuft aber deutlich schneller ab. Der Rucksack wird mit dem Röntgengerät geprüft, und Sie selbst gehen durch einen Metalldetektor.
- Was Sie mitnehmen dürfen: Ein kleiner Rucksack und eine Wasserflasche sind kein Problem (selbst getestet).
- Was Sie nicht mitnehmen sollten: Große Koffer oder Trekkingrucksäcke werden nicht hineingelassen. Die Sagrada Família hat keine Gepäckaufbewahrung, wenn Sie also direkt vom Flughafen kommen, müssen Sie den Koffer in einem privaten Schließfach in der Stadt unterbringen.

Im Inneren der Basilika
Sobald Sie die Kontrolle hinter sich haben, können Sie drinnen so lange bleiben, wie Sie möchten. Der gesamte Bereich des Hauptschiffs und das Museum im Untergeschoss sind außerdem komplett barrierefrei.
Der einzige Ort, an den Sie mit eingeschränkter Mobilität nicht gelangen, sind die Türme. Dazu gleich mehr.
Aufstieg auf die Türme: Was Sie erwartet
Auch wenn an der Basilika weiter gebaut wird und das Ziel insgesamt 18 Türme sind, können Sie schon heute zwei davon besteigen.
Sie müssen sich aber bereits beim Kauf des Tickets entscheiden, denn der Zugang zu den Türmen ist Teil des Kombi-Tickets. Vor Ort lässt er sich nicht mehr dazubuchen.
Zur Auswahl haben Sie zwei Möglichkeiten:
- Turm auf der Geburtsfassade (Nativity): Die ältere Seite, also die „Gaudí-Seite”. Sie ist nach Osten ausgerichtet und bietet einen Blick in Richtung Meer.
- Turm auf der Passionsfassade (Passion): Die modernere Seite, die nach Westen zeigt. Von hier aus sehen Sie das Stadtzentrum und die umliegenden Hügel.
Der Aufstieg selbst läuft so ab, dass Sie am Turm Ihr Ticket vorzeigen und in einen verglasten Aufzug einsteigen. Dieser ist ziemlich klein (die Kapazität liegt bei nur 6 Personen), und so bilden sich davor manchmal Schlangen. Auch deshalb lohnt es sich, den Besuch auf die Randzeiten des Tages zu legen.
Der Aufzug bringt Sie nur nach oben — hinunter geht es zu Fuß über eine schmale Wendeltreppe mit etwa 300 Stufen.
Aus Sicherheitsgründen dürfen Kinder unter 6 Jahren und Menschen mit deutlichen Bewegungseinschränkungen nicht auf die Türme (der Aufzug fährt nicht abwärts). Bei schlechtem Wetter können die Türme außerdem geschlossen sein.
Der Zugang zu den Aufzügen führt durch das Innere der Basilika, man geht hier nicht außen herum wie zum Beispiel beim Mailänder Dom.
Tipp: Wenn Sie mit der ersten Gruppe hineingehen, gehen Sie als Erstes zum Turm, bevor sich die Menschenmassen sammeln. Nach dem Ausblick vom Turm können Sie sich dann in aller Ruhe das Innere ansehen.

Wie viel Zeit sollte man für den Besuch einplanen?
Wenn Sie die Sagrada Família in Ruhe genießen und nicht nur „durchsausen” möchten, rechnen Sie damit, dass Sie etwa 2 Stunden auf dem Areal verbringen. So sieht die realistische Aufteilung aus:
- Inneres der Basilika (45–60 Minuten): Das Hauptschiff ist riesig und voller Details. Wenn Sie sich entscheiden, dem Audioguide zu lauschen, vergeht eine Stunde, ohne dass Sie es merken.
- Außenbereich und Fassaden (20–30 Minuten): Jede Seite der Kirche sieht völlig anders aus und erzählt eine andere Geschichte. Gehen Sie unbedingt einmal um das gesamte Bauwerk herum. Die meisten Menschen bleiben nur bei der Geburtsfassade stehen, was wirklich schade ist. Im Rahmen der Besichtigung können Sie sich auch die Passionsfassade aus der Nähe ansehen, denn dort werden Sie hinausgehen.
- Türme (30 Minuten): Wenn Sie ein Ticket auch für den Turm haben, rechnen Sie auch die Wartezeit am Aufzug und den Abstieg über die Treppen ein.
- Museum im Untergeschoss (15–20 Minuten): Unter der Basilika gibt es ein interessantes Museum über den Bau und Gaudís Modelle, das einen kurzen Besuch wert ist.
Wie sind die Öffnungszeiten der Sagrada Família?
Die Öffnungszeiten der Sagrada Família variieren je nach Saison, generell gilt aber, dass um 9:00 Uhr morgens geöffnet wird. Eine Ausnahme bildet nur der Sonntag, an dem erst ab 10:30 Uhr geöffnet ist.
- November bis Februar: Montag bis Sonntag bis 18:00 Uhr.
- März und Oktober: Montag bis Freitag bis 19:00 Uhr, Samstag bis 18:00 Uhr, Sonntag bis 19:00 Uhr.
- April bis September: Montag bis Freitag bis 20:00 Uhr, Samstag bis 18:00 Uhr, Sonntag bis 20:00 Uhr.
- Feiertage: Während Weihnachten und Anfang Januar (25. und 26. 12., 1. und 6. 1.) ist nur vormittags bis 14:00 Uhr geöffnet.
Tickets und Reservierung für die Sagrada Família
Die Tickets müssen Sie online und mit ausreichendem Vorlauf kaufen. Vor Ort gibt es keine Kassen, und das gesamte Areal ist eingezäunt. Ohne Ticket auf dem Handy kommen Sie also nicht einmal zur Sicherheitskontrolle. In der Hauptsaison ist oft schon zwei Wochen im Voraus alles ausverkauft.
Der Eintritt für die Sagrada Família variiert je nachdem, ob Sie nur die Basilika besichtigen oder zusätzlich einen der Türme besteigen möchten:
- Basilika: Erwachsene 26 €, Kinder, Studenten und junge Erwachsene unter 30 Jahren 24 €, Senioren ab 65 Jahren 21 €, freier Eintritt für Kinder bis 11 Jahre und Menschen mit Behinderung einschließlich Begleitperson.
- Basilika + Turm: Erwachsene 36 €, Kinder, Studenten und junge Erwachsene unter 30 Jahren 34 €, Senioren 28 €, Begleitpersonen von Menschen mit Behinderung 10 €, freier Eintritt für Kinder bis 11 Jahre und Menschen mit Behinderung.
Wo und wie reservieren?
Beim Kauf wählen Sie ein konkretes Zeitfenster aus. Wir haben unsere Tickets über GetYourGuide gekauft.
Das hat aus unserer Sicht einen großen Vorteil: Im Unterschied zur offiziellen Website, auf der die Tickets nicht erstattbar sind, können Sie die Reservierung hier bis 48 Stunden vorher stornieren. Außerdem ist es uns passiert, dass auf der offiziellen Website schon alles ausverkauft war, hier aber noch ein paar Tickets übrig waren.
Bei der Reservierung wählen Sie eine konkrete Uhrzeit, damit die Besucherzahl im Inneren reguliert wird. Sie dürfen aber 15 Minuten früher oder später kommen.
Im Ticket ist auch ein Audioguide enthalten (vergessen Sie nicht Ihre eigenen Kopfhörer mitzubringen). Der Audioguide ist in 15 Sprachen verfügbar, darunter Englisch, Spanisch, Deutsch und Französisch.
Kann man die Sagrada Família kostenlos besuchen?
Jeden Sonntag um 9:00 Uhr morgens findet hier eine internationale Messe statt. Die Kapazität ist begrenzt, und die Schlangen bilden sich schon lange vor dem Beginn. Sie müssen also wirklich mit großem Vorlauf kommen (der Eingang ist von der Carrer de la Marina aus).
Rechnen Sie aber mit strengeren Regeln:
- Während der Messe dürfen Sie nicht durch die Basilika gehen oder fotografieren.
- Sie müssen die Schultern bedecken, und Röcke oder Shorts müssen mindestens bis zum Knie reichen. Kopfbedeckungen sind verboten.
- Sie kommen nicht zu den Details, ins Museum oder auf die Türme.


Wissenswertes über die Sagrada Família
Geteilte Meinungen: Die Sagrada Família ist nicht einfach irgendeine Kirche, und die Meinungen über sie gehen schon seit Beginn der Bauarbeiten weit auseinander. Der Schriftsteller George Orwell bezeichnete sie als eines der hässlichsten Bauwerke der Welt und wunderte sich, dass sie im Spanischen Bürgerkrieg nicht zerstört wurde. Der Maler Salvador Dalí war dagegen begeistert und sprach von ihrer „erschreckenden und essbaren Schönheit”.
UNESCO: Egal, auf welche Seite Sie sich schlagen, ihre Einzigartigkeit ist unbestreitbar. Genau deshalb stehen ihr ältester Teil, die Krypta und die Geburtsfassade auf der UNESCO-Welterbeliste.
Übersetzung des Namens: Der Name selbst bedeutet übersetzt „Heilige Familie”, was auch der offiziellen lateinischen Bezeichnung Basílica i Temple Expiatori de la Sagrada Família entspricht.
Vielleicht überrascht Sie, dass es technisch gesehen lange Zeit keine Basilika war, sondern „nur” eine Kirche. Diesen Ehrentitel verlieh ihr erst Papst Benedikt XVI. im Jahr 2010.
Finanzierung des Baus: Wenn Sie sich fragen, warum der Bau so unglaublich lange dauert, liegt die Antwort in der Tradition. Es handelt sich um eine sogenannte Sühnekirche, was in der Praxis bedeutet, dass das gesamte Bauwerk ausschließlich aus privaten Spenden und genau aus dem Eintritt finanziert wird, den Sie zahlen.
Wer hat die Sagrada Família gebaut?
Vielleicht überrascht es Sie, dass Antoni Gaudí nicht derjenige war, der das Projekt begonnen hat.
Der ursprüngliche Architekt Francisco de Paula del Villar plante eine eher traditionelle Kirche im neugotischen Stil. Schon nach einem Jahr kam es aber zu Differenzen mit der Bauleitung, und er stieg aus dem Projekt aus.
Genau dann kam der junge und ehrgeizige Gaudí ins Spiel. Er warf die ursprünglichen Pläne sofort über den Haufen, krempelte das ganze Projekt von Grund auf um und widmete der Basilika letztlich unglaubliche 43 Jahre seines Lebens.
Als Gaudí 1926 tragisch starb, kamen die Arbeiten zwar nicht zum Stillstand, doch der Bau musste mit dem Schicksal kämpfen. Während des Spanischen Bürgerkriegs zerstörten Anarchisten nämlich einen Teil seiner Modelle und Pläne.
Die heutigen Architekten müssen daher mit Hilfe moderner Technologien und 3D-Druck mühsam entschlüsseln, was genau Gaudí im Kopf hatte. Heute arbeiten an der Fertigstellung der Basilika Spitzenexperten aus aller Welt, um dieses monumentale Puzzle zu Ende zu bringen.


Wann wurde mit dem Bau der Sagrada Família begonnen?
Der Bau begann 1882, als die Arbeiter den Grundstein legten. Ursprünglich sollte in Barcelona eine Kirche entstehen, die der italienischen Wallfahrtskirche von Loreto ähnelt. Unter Gaudís Händen entstand aber etwas, das weltweit seinesgleichen sucht.
Interessant ist, dass es Gaudí überhaupt nicht störte, dass er das Ende der Arbeiten nicht erleben würde. Er behauptete, sein „Kunde” (Gott) habe es nicht eilig. Den Bau verstand er bewusst als einen Prozess, der das menschliche Leben überschreitet.
Wann wird die Sagrada Família fertig sein?
Das ist eine Frage, die sich wohl jeder stellt, der an der Basilika vorbeikommt. Das Jahr 2026 ist für den Bau ein entscheidender Meilenstein. Genau zum 100. Todestag Gaudís ist es gelungen, das Wichtigste fertigzustellen: alle sechs zentralen Türme einschließlich des höchsten, des Jesus-Christus-Turms.
Von jetzt an stehen für die Handwerker und Bildhauer vor allem Detailarbeiten an, der Bau der Treppen und vor allem die Arbeit an der monumentalen Glorie-Fassade. Die offiziellen Schätzungen gehen aktuell auseinander, es wird aber davon ausgegangen, dass der allerletzte Stein irgendwann zwischen 2030 und 2034 gesetzt werden könnte.
Das ganze Projekt wird nämlich ausschließlich aus privaten Spenden und Einnahmen aus dem Eintritt finanziert. Das Tempo der Arbeiten hängt also vom Interesse der Touristen ab.
Tipp: Der Barcelona Essentials Pass beinhaltet die unbegrenzte Nutzung des Nahverkehrs sowie den Eintritt zu den 2 beliebtesten Attraktionen Barcelonas (Sagrada Família und Park Güell).

Warum ist die Sagrada Família so einzigartig?
Es geht nicht nur um ihre Größe, sondern vor allem um die unglaubliche Symbolik, die Gaudí in jeden einzelnen Stein eingraviert hat. Hier ist nichts dem Zufall überlassen.
Die Basilika besteht aus drei Hauptfassaden, die Schlüsselgeschichten aus der Bibel erzählen. Darüber ragen insgesamt 18 Türme empor. Jeder von ihnen hat eine klare Bedeutung. Sie symbolisieren die 12 Apostel, die 4 Evangelisten und die Jungfrau Maria. Der dominanteste Turm gehört Jesus Christus selbst und erreicht eine Höhe von 172,5 Metern, gekrönt von einem riesigen Kreuz.
Gaudí hat ihn bewusst so entworfen, dass er etwas niedriger bleibt als der Hügel Montjuïc in Barcelona. Er war nämlich überzeugt, dass das Werk des Menschen niemals höher sein sollte als das, was die Natur erschaffen hat.
Welche Fassaden lohnen sich anzuschauen?
Die Sagrada Família ist nicht nur ein einziges Gebäude, sondern eigentlich drei verschiedene Geschichten, die in Stein gemeißelt sind. Jede der drei Hauptfassaden hat eine völlig andere Atmosphäre:
- Geburtsfassade: Es ist der älteste Teil, den Gaudí noch selbst beaufsichtigte. Sie ist unglaublich verziert und voller Leben, Tiere und Pflanzen. Sie feiert die Geburt und die Freude. Wenn Sie sie aus der Nähe studieren möchten, rechnen Sie damit, dass Sie hier locker zwanzig Minuten verbringen.
- Passionsfassade: Sie befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite der Basilika, und der Kontrast fällt sofort ins Auge. Sie ist schlicht, roh und voller scharfer Kanten. Sie soll den Schmerz und das Leiden Christi einfangen.
- Glorie-Fassade: Genau an dieser wird in den letzten Jahren intensiv gearbeitet. Sie soll die monumentalste von allen werden und nach der Fertigstellung den Haupteingang zum Mittelschiff bilden. Sie soll den Weg des Menschen zu Gott darstellen, und schon jetzt ist klar, dass sie der architektonische Höhepunkt des gesamten Bauwerks sein wird.
Wenn Sie die Fassaden wirklich aus der Nähe betrachten und zwischen ihnen hindurchlaufen möchten, kommen Sie um ein Ticket nicht herum. Das gesamte Areal ist abgeriegelt.

Was erwartet Sie im Inneren der Sagrada Família?
Gaudí hat den Innenraum so entworfen, dass er an einen Wald erinnert. Die Säulen verzweigen sich an der Decke wie Bäume und bilden ein Gewölbe, das wirkt, als würden Sie unter den Kronen riesiger Laubbäume stehen.
Das stärkste Erlebnis ist aber das Licht. Dank des Kaleidoskops bunter Glasfenster verändert sich der Innenraum ständig. Wenn Sie bei Ihrem Besuch Glück mit sonnigem Wetter haben, ist es ein wahres Schauspiel.
Gaudí war überzeugt, dass die Natur ein Werk Gottes ist, und ließ sich von ihr daher in jedem Detail inspirieren. Vom geometrischen Gewölbe bis hin zur Wendeltreppe, die an das Innere eines Schneckenhauses erinnert.
Hier können Sie die Verfügbarkeit der Tickets für die Sagrada Família überprüfen:
Tipps, wie Sie den Besuch in vollen Zügen genießen
- Kommen Sie früh am Morgen oder später am Nachmittag. So entgehen Sie den größten Menschenmassen und genießen eine ruhigere Atmosphäre.
- Der Barcelona Essentials Pass beinhaltet die unbegrenzte Nutzung des Nahverkehrs sowie den Eintritt zu den 2 beliebtesten Attraktionen Barcelonas (Sagrada Família und Park Güell).
- Nehmen Sie eigene Kopfhörer mit. Der Audioguide ist in jedem Ticket enthalten, funktioniert aber als App auf Ihrem Handy. Das Programm ist in 15 Sprachen verfügbar (Tschechisch fehlt, Englisch und Deutsch sind aber selbstverständlich dabei).
- Schauen Sie sich alle Fassaden an. Jede ist völlig anders und erzählt buchstäblich eine andere Geschichte. Den schönsten Blick auf die Geburtsfassade haben Sie morgens, die Passionsfassade kommt dagegen im Licht des frühen Abends besonders gut zur Geltung. Ich selbst bin gespannt auf die Glorie-Fassade, die einmal die monumentalste werden soll.
- Fotografieren. Für die Innenräume ist sonniges Wetter am besten, wenn das Licht durch die Glasfenster wunderschöne farbige Reflexe erzeugt. Es ist aber schwer, das mit dem Wetter zu planen, denn die Tickets sind oft Wochen im Voraus ausverkauft.
- Planen Sie den Aufstieg auf die Türme bewusst ein. Wenn Sie die Türme besichtigen möchten, wählen Sie eine Uhrzeit gleich am Morgen oder später am Nachmittag, wenn die Wartezeiten am kürzesten sind. Der Blick auf die Stadt und das Meer ist fantastisch.
- Planen Sie mehrere kostenpflichtige Sehenswürdigkeiten, Museen und Attraktionen zu besichtigen? Holen Sie sich den Barcelona Pass. Mehr darüber haben wir im Artikel Wie man in Barcelona spart geschrieben.

Das war unser Reiseführer für den Besuch der Basilika Sagrada Família in Barcelona. Haben Sie eine Frage? Wir beantworten sie gerne in den Kommentaren unten.
Gute Reise und ¡Buen viaje! 🇪🇸
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